"It Follows": Böser Sex: Nachdem sie mit ihrem Freund
geschlafen hat, wird die jugendliche Heldin auf Schritt und Tritt von einer
übernatürlichen Erscheinung verfolgt.
Der "Babadook" tyrannisiert eine allein erziehende Mutter. Doch das Monster scheint nicht real zu sein, sondern stellvertretend für die Depression der sozial isolierten Frau zu stehen.
"Get
Out" thematisiert den Alltags-Rassismus in den USA mit den Mitteln des Horrorfilms.
Da war doch noch etwas: das Hamburger Filmfest besucht. Double Feature. Zwei TV-Filme auf der großen Leinwand: "Blochin - Das letzte Kapitel" und "Tatort: Borowski und das Glück der Anderen". Der eine düster wie "Sieben", der andere bitter-böse. TV funktioniert auch im Kino. Im nächsten Jahr dann im Fernsehen (ZDF und ARD) zu sehen.
Ein Draufgänger durch und durch: Der junge Han Solo
(Alden Ehrenreich) beweist sein ungewöhnliches Flugtalent, als er den
Millennium Falcon hochkant durch ein Asteoridenfeld steuert. Eine feine
Referenz an "Das Imperium schlägt zurück".
Der neue Film aus dem Star-Wars-Universum mit dem Titel "Solo" geizt
nicht mit Anspielungen, erzählt er doch die Geschichte des jungen Han
Solo, jenes legendären Space Cowboys und Schmugglers, der später mit
Luke Skywalker und Prinzessin Lea ein Trio im Kampf
gegen die Dunkle Macht bildet. Zwar tritt Alden Ehrenreich (28, "Hail,
Caesar!") in große Fußstapfen - Harrison Ford hat die Figur des Han Solo
zu einer Ikone gemacht, doch der junge Schauspieler verkörpert das
Alter Ego mit Charme, Verve und Augenzwinkern.
Auch das typische Grinsen hat Ehrenreich drauf, doch ganz so zynisch
ist der junge Solo noch nicht.
Wie Solo zum Schmuggler wurde, wie er seinen
Co-Piloten, den zotteligen und liebenswerten Wookie Chewbacca
kennenlernte, und den Millennium Falcon von dem windigen Gauner Lando
Calrissian (Donald Glover) während eines Kartenspiels gewann,
davon handelt diese Space-Opera-Schnurre, die wie eine Rakete abgeht
und mehr Action und Tempo hat als Star Wars: "Die letzten Jedi“ und
„Rogue One: A Star Wars Story zusammen.
Regisseur Ron Howard ("Apollo 13"), der Phil Lord
und Chris Miller ablöste, die während der Dreharbeiten gefeuert wurden,
weil sie sich nicht an das Drehbuch von Lawrence und Jonathan Kasdan
hielten und lieber improvisieren wollten, wie
sie es bei ihren Komödien „The LEGO Movie“ und „21 Jump Street
praktizierten, hat einen Super-Job abgeliefert. Der Film ist wie aus
einem Guss und hält sich nicht mit Nebenschauplätzen auf, peitscht die
Story voran: Bei dem Versuch, von dem Planeten Corellia
zu fliehen, auf dem Kinder und Jugendliche in bester
Charles-Dickens-Manier ausgebeutet werden, wird Solo von seiner
Freundin Qi'ra ( „Game Of Thrones“-Drachenmutter Emilia Clark)
getrennt. Er meldet sich zur Imperialen Armee, wird aus der
Fliegerakademie
rausgeschmissen und schließt sich der Gaunertruppe um Becket (Woody
Harrelson) und Val (Thandie Newton) an. Sie planen einen Überfall auf
einen Zug, der mit dem wertvollen Raumschifftreibstoff Coaxium beladen
ist. Der Coup geht schief. Sehr zum Ärger des Oberschurken
Dryden Vos (Paul Bettany). Solo und seine Komplizen müssen auf eine
neue Mission, um die Pleite auszumerzen.
Kinoplakat am Cinemaxx Dammtor. Foto: Erdbrügger
Man merkt dem Drehbuch an, dass Lawrence Kasdan
weiß, wovon er schreibt. Aus seiner Feder stammen schließlich "Das
Imperium schlägt zurück" und "Star Wars: Das Erwachen der Macht".
Alles fügt sich wunderbar in diese SF-Fantasy-Saga
ein, die seit dem Verkauf der Rechte von George Lucas an Disney mit
weiteren Geschichten fortgeführt wird. Solo hat alles, was ein
Star-Wars-Film braucht: Nostalgie, spektakuläre Designs von fremden
Welten sowie kuriose Aliens. Nicht zu vergessen den weiblichen
Droiden L3-37, den man schnell wie R2-D2 oder C-3PO ins Herz schließt.
Erzählt wird das alles mit den Möglichkeiten des modernen Action Kinos:
Dabei ist jedes Abenteuer, das Solo wie bei einem Videospiel, Level um
Level, bewältigt, einem Film-Genre zugeordnet:
vom Überfall auf einen Zug inmitten einer Schneelandschaft in
Westernmanier über eine Schlacht im Schützengraben bis hin zum
Gaunerstück und Pokerspiel-Drama. „Solo" ist hinreißendes Futter für
alle Star-Wars-Fans, die sich sicher noch mehr davon wünschen.
Eine Fortsetzung wird am Schluss mit dem Hologramm eines bekannten
Bösewichts angekündigt.
Es ist soweit: Thanos, das mysteriöse Wesen,
von dem in
allen Marvel-Filmen die Rede war und den die Zuschauer immer nur
kurz zu
Gesicht bekamen, tritt aus dem Schatten, übernimmt hier die
Hauptrolle. "Avengers - Infinity
War" beginnt dort, wo "Thor -
Tag der Entscheidung" endet. Wir erinnern uns. Der Planet Asgard
wurde zerstört.
Mit zwei Raumschiffen wollen Thor, Loki und Hulk die
überlebenden Asgardianer
auf die Erde bringen. Hier wird die Handlung aufgenommen:
Thanos
(Josh Brolin)
hat eines der Raumschiffe in seine Hand gebracht. Der Gott des
Donners liegt
gefesselt am Boden. Der Koloss, der aussieht wie aus Stein
gehauen, fordert die
Herausgabe des Tesserakts, denn darin befindet sich der
Raumstein. Selbst Hulk
und Loki können ihn nicht
aufhalten. Er scheint unbesiegbar. Heimdall (Idris Elba) kann
Hulk mit letzter
Kraft auf die Erde katapultieren, um Dr. Strange, der den
Zeitstein in seiner
Obhut hat, zu warnen und die Avengers zu alarmieren. Denn der
Größenwahnsinnige
macht aus seinen Plänen keinen Hehl: Er will alle sechs
Infinity-Steine in
seinen Besitz bringen, um gottgleich über das Universum zu
herrschen. Und dann
wird er die Hälfte aller Lebewesen auslöschen, weil es für alle
Mäuler nun mal nicht
genug zu fressen gibt.
So mancher mag angesichts der großen Anzahl
von Superhelden,
die in dieser Episode mitspielen ein unüberschaubares
Riesenspektakel
befürchtet haben, aber weit gefehlt. Anthony und Joe Russo, die
bereits in "The
Return of the First Avenger" und "The First Avenger: Civil War"
Regie führten, schicken ihre Akteure zu verschiedenen
Kampfschauplätzen. Ironman,
Spiderman und die Guardians of the Galaxy kämpfen an der Seite
von Dr. Strange
im Weltraum. Auf der Erde schützen Captain America, Black Widow, Scarlet Witch, der War
Machine, Falcon, der
Winter Soldier, Bruce Banner, Black Panther und seine Kämpfer
Vision, der den Gedankenstein
auf seiner Stirn trägt. Banner steckt in einem Kampfanzug, weil
sich Hulk nach
seinem Knockout durch Thanos nicht mehr blicken lässt. Infinity
War“ ist kein Film im eigentlichen Sinne, sondern ein 140
Minuten langer Showdown, in dem gekämpft, geschossen und
alles Mögliche in die Luft gesprengt wird. Mehr Blockbuster-Kino geht nicht. Wie
beispielsweise beim Science-Fiction-Film "Snowpiercer" bewegt
sich auch "Infinity War" wie ein Computerspiel von Level
zu Level. Thanos nimmt eine Stufe nach der anderen, in der
er gegen die Marvel-Helden kämpft, um im Endspiel den
letzten Stein zu bekommen. Ein stilistisches Mittel, zu
dem das Kino immer öfter greift.
Das
Finale ist vom
Feinsten: Die monumentale Schlacht in Wakanda erinnert in ihrer
Choreographie
an die "Herr der Ringe-Filme". 300 Millionen Dollar soll der
Film
gekostet haben und das sieht man ihm auch an. Atemberaubend und melancholisch ist das Ende. Viele
liebgewonnene
Helden müssen ihr Leben lassen. Wie immer gibt es nach dem
Abspann einen
Nachschlag und eine beunruhigende Botschaft: Nicht die Avengers
kehren zurück,
sondern Thanos, heißt es da.
„3 Tage in Quiberon“ von der deutsch-iranischen Regisseurin Emily Atef erhält die Goldene Lola. Der Film handelt vom Leben der legendären Schauspielerin Romy Schneider (1938-1982).
Silber ging an das NSU-Drama „Aus dem Nichts” von Fatih Akin, das bereits den Golden Globe gewonnen hatte.
Mit Bronze wurde „Western” ausgezeichnet.
Ausgezeichnet:
Bester Dokumentarfilm: „Beuys“
Beste weibliche Hauptrolle: Marie Bäumer („3 Tage in Quiberon“)
Beste männliche Hauptrolle: Franz Rogowski („In den Gängen“)
Bestes Drehbuch: Fatih Akin, Hark Bohm ("Aus dem Nichts")
Bester Kinderfilm: „Amelie rennt“
Beste Regie: Emily Atef („3 Tage in Quiberon“)
Beste weibliche Nebenrolle: Birgit Minichmayr („3 Tage in Quiberon“)
Beste männliche Nebenrolle: Robert Gwisdek („3 Tage in Quiberon“)
Beste Kamera ( Thomas W. Kiennast („3 Tage in Quiberon“)
Bester Schnitt: Stephan Krumbiegel, Olaf Voigtländer („Beuys“)
Bestes Szenenbild: Erwin Prib („Manifesto“)
Bestes Kostümbild: Bina Daigeler („Manifesto“)
Beste Maske: Morag Ross, Massimo Gattabrusi („Manifesto“)
Beste Filmmusik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas („3 Tage in Quiberon“)
Beste Tongestaltung: André Bendocchi Alves, Eric Devulder, Martin Steyer („Der Hauptmann“)
Five-time Oscar nominee Amy Adams — star of Arrival, American Hustle, Enchanted, Nocturnal Animals, DC’s Superman movies, and many others — will be playing Dr. Anna Fox in the film adaptation of "The Woman in the window". Great.
Anna Fox lives alone in her New York City home, unable to venture outside. She spends her day drinking wine, watching old crime movies, recalling happier times… and spying on her neighbors. Great Novel about a woman who believes she witnessed a crime in a neighboring house. Stephen King says: "Unputdownable.”
Die Bibel ist ein Füllhorn an Geschichten. Kein Wunder also, dass Hollywood seit den
Anfangstagen des Films immer wieder darauf zurückgreift. Besonders die
österliche Passionsgeschichte hat es den Regisseuren
und Drehbuchautoren angetan.
„Die Passion Christi“
Die Peitschen knallen auf den Leib des gekreuzigten
Jesus, und das Blut fließt in Strömen. Während der Mob grölt. Die
Kreuzigung als masochistische Orgie. „Die Passion Christi“ ist das
Splatter-Movie unter den Passionsfilmen. Regisseur
Mel Gibson erzählt von den letzten zwölf Stunden im Leben von Jesus
Christus, gespielt von Jim Caviezel. Die Schauspieler sprechen Aramäisch
und Latein. Mehr Authentizität, mehr Leidensgeschichte geht nicht.
„Die letzte Versuchung Christi“
„Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Menschlicher wird Jesus Christus in keinem Film dargestellt. Hier ist
er ein Zweifler, der Kreuze für die römische Besatzungsmacht baut, an
die seine jüdischen Landsleute geschlagen werden.
Ein Mensch mit Bedürfnissen, der zu der Prostituierten Maria
Magdalena geht. Scorsese huldigt der Lust an der Interpretation von
biblischen Stoffen. Der Vatikan rief zum Boykott auf.
„Ben Hur“
Wenn der Titel „Ben Hur" genannt wird, haben
Cineasten das berühmteste Wagenrennen der Filmgeschichte vor Augen. Aber
das Monumentalwerk über die Fehde zwischen dem israelitischen Prinzen
Ben Hur (Charlton Heston) und dem römischen
Tribun Messala (Stephen Boyd) ist quasi ein Spin-Off der
Passionsgeschichte. Jesus taucht nur am Rande auf, doch sein Einfluss
auf Ben Hur ist existenziell, die Botschaft universell: Versöhnung statt
Hass.
Maria Magdalena
Hollywood-Schauspielerinnen fordern derzeit vehement die
Gleichbehandlung von Frauen in der Filmbranche. So verwundert es
nicht, dass in Maria Magdalena (Mara Rooney) die Passionsgeschichte aus
der Sicht einer Frau erzählt wird, die hier keine Prostituierte ist,
sondern eine Geburtshelferin. Als einzige weibliche Jüngerin schließt
sie sich dem Prediger Jesus an (Joaquin Phoenix). Die Jünger murren.
Das Leben des Brian
Die respektlose, den religiösen Fanatismus
anprangernde Persiflage der britischen Komikertruppe Monty Python's
auf die Passionsgeschichte ist nichts für jeden Geschmack. Brian, zur
selben Zeit wie Jesus geboren, wird durch Missverständnisse
gegen seinen Willen als Messias verehrt - und gekreuzigt. Doch egal, am
Schluss singen alle: „Always look on the bright side of life.“
Guillermo del Toros Meisterwerk, das als reines Fantasystück genauso glänzend funktioniert wie als Allegorie auf das aktuelle, hässliche Amerika. Und darüber hinaus eine Verbeugung vor Jack Arnolds Monsterfilm Creature from the Black Lagoon ist. In diesem Jahr hat wieder ein künftiger Klassiker das Rennen gemacht. (erd)
Viele streamen
Kinofilme nur noch auf Netflix, iTunes oder Sky. Sie sind
jederzeit
abrufbereit. 24 Stunden lang. Zu Hause in der Glotze, auf dem
Tablet oder auf
dem Smartphone. Die Zeiten, wo man den Premieren von "ET",
"Jäger des verlorenen Schatzes" oder "Terminator" in den
Lichtspielhäusern monatelang entgegenfieberte, sind längst
vorbei. Filme sind
beliebig geworden wie berühmte Gemälde, von denen es etliche
Kunstdrucke gibt.
Im Wesentlichen gibt es nur noch zwei Großereignisse, die uns
wieder ins Kino locken
und uns daran erinnern, was Vorfreude ist: der neue Bond oder
der neue Star
Wars.
Je größer
die Erwartung, desto größer wiegt aber auch die Enttäuschung:
Die Kritiker
lieben "Star Wars - Die letzten Jedi", aber die Fan-Gemeinde
ist gespalten. Auf der Internetseite Rotten tomatoes, auf der
die Kritiken
gesammelt werden und der Durchschnitt aller Bewertungen
erstellt wird,
haben 90 Prozent der Journalisten wohlwollende Rezensionen
über die achte
Episode der Weltraumsaga geschrieben, aber nur jeder zweite
Zuschauer findet
warme Worte für den SF-Streifen. Die Fans sind auf der Zinne:
Im Internet
kursieren jetzt sogar an die Produktionsfirma Disney
gerichtete Petitionen, den
Film aus der Reihe zu
verbannen.
Harter
Tobak, leider ist die Kritik der Hardcore-Fans nicht
unbegründet. J. J. Abrams,
der hier als ausführender Produzent wirkte, hat vor zwei
Jahren mit „Star Wars:
Das Erwachen der Macht“ vorgelegt und das Flair der frühen
Star-Wars-Filme
eingefangen. Sehr viel Nostalgie und ein paar neue Ideen
zeichnen seinen Film
aus, der wie ein makelloses Remake vom ersten Star Wars aus
dem Jahr 1977
anmutet. Abrams Relaunch hauchte der Serie genauso neues Leben
ein wie
"Casino Royale" der James-Bond-Reihe.
Ob Regisseur
Rian Johnson („Looper“) ähnliche Ambitionen hatte? Episode
acht spricht eine
andere Sprache: Der Film ist mit 150 Minuten viel zu lang, die
Dramaturgie hakt
an einigen Stellen, obwohl er die für die Star-Wars-Filme
übliche dreiteilige
Erzählstruktur beibehält, die Entwicklung bekannter Charaktere
ist
gewöhnungsbedürftig, die Gags sind einem jungen Publikum
geschuldet und oft
beschleicht einen das Gefühl, Johnson verrät ideelle
Grundfeste des
Star-Wars-Mythos, die gar nicht zur Debatte stehen dürften.
Los geht es
mit einer soliden Weltraumschlacht. Schnell ist man im Film.
Die Evakuierung
der Rebellenbasis ist in vollem Gange, als plötzlich mehrere
Sternenzerstörer
am Himmel auftauchen. Unter dem Kommando von General Hux
sollen die
Raumschiffe der „Ersten Ordnung“ die letzten Anhänger des
Widerstands
vernichten. Die Flotte, angeführt von Generalin Leia Organa
(Carrie Fisher),
flüchtet sich in den Hyperraum und ist auf der Suche nach
einer neuen
Basis. Doch die Sternenzerstörer sind ihnen auf den Fersen.
Währenddessen
wechselt die Erzählung zum Wasser- und Inselplaneten Ahch-To.
Dort hat die
junge Rebellin Rey bereits am Ende von "Das Erwachen der
Macht"
den verschollenen Luke Skywalker (grandios: Mark Hamill)
gefunden. Jetzt
erhofft sie sich, von ihm ausgebildet zu werden. Doch
Skywalker, mittlerweile
ein Grantler, will davon nichts wissen. Die Zeit der Jedi sei
vorbei, er würde
die Insel nie mehr verlassen. Es sei seine Schuld, dass sich
sein Neffe Kylo
Ren der dunklen Seite der Macht zugewendet habe, sein
Versagen. Rey wird an
diesem besonderen Ort bewusst, dass sie eine telepathische
Verbindung zu
Kylo Ren hat und glaubt, ihn von der dunklen Seite der Macht
abbringen zu
können.
Ein weiterer
Erzählstrang ist der erfolglose Versuch von Finn und der neu
eingeführten Figur
Rose, einer Wartungsoffizierin, mit Hilfe eines
Meister-Code-Knackers das Peilsystem
auf dem Zerstörer der Ersten Ordnung zu deaktivieren, mit dem
die
Rebellenschiffe auch im Hyperraum geortet werden können. Die
Suche nach dem
Code-Knacker führt sie auf einen Casino-Planeten. Dort
schlürfen reiche Aliens
Champagner, lassen die Roulette-Kugeln kreisen und halten
Kinder als Sklaven. Finn
und Rose werden wegen Falschparkens (ihres Raumschiffs!!) ins
Gefängnis
gebracht, wo sie DJ kennen lernen, der sich ebenfalls mit dem
Knacken von Codes
auskennt. Er ist nicht der gesuchte Mann, aber gegen Bezahlung
will er den Job übernehmen.
Zusammen brechen sie aus und fliehen. Ihre Mission auf dem
Zerstörer scheitert
jedoch, denn DJ verrät sie.
Und so geht
es hin und her. Von Szene zu Szene. Johnson verliert sich in
strunzdummen
Dialogen ("Zieh Dir doch endlich ein Hemd an", sagt die
schamhafte
Rey und wendet ihren Blick von dem halbbekleideten Kylo Ren
ab, obwohl sie ihn
nur in Gedanken vor sich sieht), und einer Vielzahl neuer
Charaktere, darunter
die pummelige Wartungsoffizierin Rose Tico (Kelly Marie Tran),
schon jetzt bei
den Fans eine Hassfigur wie einst Jar Jar Binks, die Admiralin
Amilyn Holdo
(Laura Dern), die das Kommando über die Flotte übernimmt, als
Generalin Leia
Organa im Koma liegt. Mit ihrem Abendkleid und der frischen
Dauerwelle sieht
sie aus, als wollte sie gleich eine Opernvorstellung besuchen.
Und DJ (Benicio Del
Toro), ein Code-Knacker,
zählt dazu. Monster mit entzündeten Zitzen, die von Luke
gemolken werden, oder
Plastik-Vögel, die Chewbacca signalisieren, dass sie es nicht
in Ordnung
finden, dass er sie essen will,und zu guter Letzt die
seltsamen Wesen, die sich
um die Wäsche kümmern und für Ordnung sorgen. Alles ein wenig
too much.
Champagner
schlürfende Außerirdische? Spätestens jetzt schaut der eine
oder andere
Kinobesucher auf die Uhr, wie lange der Film noch dauert. In
Erwartung auf
einen Showdown. Man fängt an zu überlegen: Kanonenkugeln, die
im schwerelosen
Weltraum nach unten fallen, Waffenhändler, die ihre Waren an
die Rebellen und
die Erste Ordnung verkaufen, Raumschiffe, denen der Treibstoff
ausgeht, und
eine Carrie Fischer, die im All wie Mary Poppins herumfliegt,
und eine Portion
Gesellschaftskritik. Es bleiben nur noch sechs Stunden, bis der
Treibstoff
ausgeht, aber alle agieren, als hätte man alle Zeit der Welt.
Es kommt keine
Spannung auf. Mag man das oder nervt es nur noch?
Was Johnson
alles in sein Drehbuch hineingeschrieben hat, ist oft
hanebüchen oder
belanglos. Wieso sollen Reys Eltern nur Schrotthändler gewesen
sein?
Schließlich hat sie die Macht der Jedi und Luke Skywalkers
Lichtschwert ist für
sie bestimmt. Die Fans hatten auf eine andere Erklärung
gehofft, die in den
großen Kontext der Saga passen würde.
Das Motto
dieses Films könnte auch lauten: "The force is female" ("Die
Macht ist weiblich"). Im Internet gibt es ein Foto von Star
Wars-Produzentin
Kathleen Kennedy, die diesen Schriftzug auf ihrem T-Shirt
trägt. Wie viel
Mitspracherecht mag sie wohl gehabt haben?
Beispiele
für den Geschlechterwandel gibt es zuhauf: So wird der in
Episode 7 eingeführte
Pilot Poe (Domnhall Gleason), ein Han-Solo-Verschnitt, sehr
schnell von der
Admiralin als leichtsinniger Dummkopf kaltgestellt.
Sturmtruppler Finn,
der im vorigen Teil noch beherzt mit Rey gegen die dunkle
Macht kämpfte, wird
hier als Feigling dargestellt ebenso wie Skywalker, der von
der Macht nichts
mehr wissen will, sie in Frage stellt und sich weigert, in den
Krieg zu ziehen.
Snoke (Andy Serkis), der Anführer der „Ersten Ordnung“ und
nebenbei ein
wunderbarer Star-Wars-Filmschurke, muss auch dran glauben. Von
seiner Herkunft
und Rolle im Spiel von Gut und Böse erfahren wir nichts. Am
Ende richten
es die Frauen. Das Gender Mainstreaming hat Einzug bei Star
Wars gehalten,
leider steht die Waage nicht im Gleichgewicht.
Allerdings
versöhnt Episode 8 mit dem Schlussakkord auf einem
Salzplaneten - eine gelungene
Hommage an den Kampf auf dem Eisplaneten aus "Das Imperium
schlägt
zurück". Mit ein paar schönen Einfällen¸ beispielsweise dem
Rashomon-Effekt, zurückgehend auf den japanischen Regisseur
Akira
Kurosawa (1910 - 1998), überrascht Johnson die Cineasten. Der
Konflikt
zwischen Skywalker und Kylo, der zum Zerwürfnis geführt hat,
wird aus einander
widersprechenden Sichtweisen beleuchtet. Dem Zuschauer obliegt
es, sich selbst
ein Bild davon zu machen. Des Weiteren werden Filme wie "Rio
Bravo",
"Herr der Ringe" und "Oliver Twist" zitiert. Johnson will
einfach zu viel, ohne sich auf das Wesentliche zu
konzentrieren: eine gut
strukturierte Geschichte ohne Widersprüche und Ballast im
Geist des Star Wars-Mythos
zu erzählen.
Vielleicht
sollten wir „Star Wars: Die letzten Jedi“ nicht allzu viel
Bedeutung beimessen.
Er ist das Bindeglied der neuen Trilogie. Für den neunten
Teil der Saga
ist wieder J.J Abrams verantwortlich. Die Aufgabe wird nicht
leicht sein. Fast
alle alten Helden sind ausgelöscht, die Story aber nicht groß
von der Stelle
gekommen. Einen Cliffhanger gibt es diesmal auch nicht. Möge
die Macht mit J.J
Abrams sein. René Erdbrügger
"A friend asked yesterday if this blog is addressed to anyone in particular? I said yes - it’s a love letter to someone I haven’t met yet." Wer die Seite entdeckt, ist willkommen.