Sick City ist L.A.: Zwei Drogenjunkies, der eine aus gutem Haus, wollen einen Porno verkaufen, in dem der ehemalige Hollywood-Star Sharon Tate in einer Orgie zu sehen ist. Für einen Krimi nicht spannend genug und nach 150 Seiten langatmig. Teilweise auch sehr geschmacklos. **
Grimmiges Sittenporträt über eine amerikanische Kleinstadt in den 1950er Jahren. Ein Serienkiller-Pärchen, ein lüsterner Gottesmann, korrupte Bullen, ein Junge, der von seinem Vater gezwungen wird, zwischen Tieropfern zu beten, damit die Mutter ihren Krebs überlebt. Gemordet und geschändet wird im Namen Gottes. Es geht um die Logik des Bösen. Seit "Letzte Ausfahrt Brooklyn" von Hubert Selby habe ich kein so intensives Buch mehr gelesen. Ein moderner, wahrhaftiger Klassiker über ein Amerika, das sich nicht viel verändert hat, geschrieben von einem Autodidakten. *****
"Captain Phillips" (Regie Paul Greengrass): Nach einer wahren Begebenheit: Somalische Piraten kapern ein Containerschiff. Captain Phillips (Tom Hanks) liefert sich ein Psychoduell mit den Entführern. Im Doku-Stil aufgenommen, routiniert inszeniert. Der Trailer zeigt schon alles, was man bekommt. Das ist allerdings nicht viel. Leider packt mich die Geschichte nicht. Aber der Streifen geht ins Rennen um einen Oscar.
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"Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen" (Regie Thor Freudenthal): Uninspirierte Fortsetzung, in
der Percy, der Sohn des Meeresgottes Poseidon, neue Abenteuer erlebt. Im zweiten Teil geht es um die Suche nach dem goldenen Vlies. Leider hatte man nicht genug Geld zur Verfügung, um die ganzen Monster und Götter optisch überzeugend darzustellen. Die Effekte sehen oft aus wie bei einem Videospiel.Vielleicht sogar schlechter. Doch die Rechnung der Produzenten ging auf. Den Kosten von 90 Millionen Dollar stehen etwa 180 Millionen Dollar Einnahmen gegenüber. So werden heute Filme gemacht. Auf dem Reißbrett. Aber will man so etwas sehen?*
"Malavita -The Family" (Regie Luc Besson) Überdrehte Culture-Clash-Komödie über eine US-Mafiafamilie im Zeugenschutzprogramm, die in Frankreich lebt. Mit Robert De Niro (Pate), Michelle Pfeiffer (Ehefrau) und Tommy Lee Jones (FBI-Betreuer) gut besetzt und über weite Strecken unterhaltsam. Als Persiflage aber nur bedingt brauchbar, weil Bessons Inszenierung zu sehr auf Klamauk setzt.
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„Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ ist pure Kinomagie
Als sein
Vater stirbt, ist Walter gerade einmal 17. Der Rucksack für die geplante
Weltreise und sein geliebtes Skateboard kommen auf den Dachboden. Der
Irokesenschnitt fällt der Schere zum Opfer. Er nimmt einen Job in einer
Pizzeria an, um die Familie zu ernähren, seine Lebensträume muss er begraben.
Mit 42 ist aus Walter Mitty ein Tagträumer geworden, der sich sein tristes,
langweiliges Leben gern und oft schön träumt. Und immer "bigger than
life".
Auch exzellent: Der Soundtrack zum Film.
Seit sechzehn Jahren arbeitet der penible Durchschnittstyp im Fotoarchiv bei
dem legendären Magazin „Life!“. Ganz unten, in den Kellerräumen. Mit seinem
übergewichtigen Kollegen.Wenn er sich nicht um seine Mutter kümmert (Shirley
McLaine), versucht er in seiner Freizeit per Online-Partneragentur Kontakt zu
seiner hübschen Kollegin Cheryl (Kristen Wiig) aufzunehmen, die ihn bislang
nicht wahrgenommen hat. Sein Bemühen bleibt selbstverständlich ohne Erfolg.
Plötzlich wird Mitty jäh aus seinen Tagträumen gerissen. Das Magazin soll
künftig nur noch online erscheinen, verkündet ein unsympathischer, arroganter
Anzugträger, der vom Zeitungmachen und Journalismus zwar keinen blassen
Schimmer hat, aber für die letzte Printausgabe verantwortlich ist, während er
gleichzeitig entscheidet, wer von der Belegschaft gehen muss oder bleiben darf.
Das Titelblatt der letzten Ausgabe soll ein Foto des legendären Fotografen
Sean O'Connell (Sean Penn) schmücken. Doch das Negativ ist verschwunden.
Dadurch wird Witty aus seiner Lethargie gerissen. Er macht sich auf die Suche
nach dem rastlosen Weltenbummler Sean – und startet in das Abenteuer seines
Lebens, das ihn von Grönland nach Island und schließlich bis in das
Himalaya-Gebirge führt. Für Walter wird es zu einer Suche nach sich selbst.
Ben Stiller ist Hauptdarsteller und Regisseur und lieferte mit „Das
erstaunliche Leben des Walter Mitty“ einen definitiven Anwärter auf den
Titel "Film des Jahres 2014". Es ist das Remake "Das
Doppelleben des Herrn Mitty" aus dem Jahr 1947, der wiederum auf einer
Erzählung von James Thurber basiert.
Stiller hat aus dem Stoff etwas ganz Eigenes gezaubert, einen
absurd-komischen, melancholischen, zu Herzen gehenden Film, der eine Menge
Medienkritik versprüht und den Wahnsinn vieler Verlage, nicht mehr in
Printausgaben zu investieren, zur Diskussion stellt. Dazu muss man wissen, dass
„Life!“ ein großformatiges US-Hochglanzmagazin war, in dem die besten
Fotoreportagen der Welt veröffentlicht wurden.
Bei Stillers Komödie, untermalt mit einem tollen
Independent-Musik-Soundtrack, spielen die Bilder eine wichtige Rolle: Zum
Niederknien ist die Szene, in der Cheryl in einem von Walters Tagträumen
Gitarre spielt und David Bowies Song „Mayor Tom“ singt, was Walter als
Aufforderung versteht, trotz Sturms in den startenden Hubschrauber zu springen,
der von einem betrunkenen Piloten gesteuert wird. Dazu gehört auch die irre,
halsbrecherische Skateboardfahrt auf einer kurvenreichen steilen Straße auf
Island. Dies Szene ist jedoch ganz real, denn im Laufe des Films braucht
Witty keine Fantasien und Tagträume mehr, er wird zum Helden seines eigenen
Lebens. Wie nach einem Frank-Capra-Film geht man gerührt aus dem Kino.
Für das Weltraumdrama „Gravity“
und die Kriminalkomödie „American Hustle“ ist der Oscar mit jeweils zehn
Nominierungen zum Greifen nah. Die Academy hat ein gutes Gespür bewiesen, könnten die Filme thematisch, stilistisch und ästhetisch unterschiedlicher nicht sein. Einer der besten Jahrgänge seit langer Zeit. Die Oscars werden am 2.März in Hollywood verliehen.
Thriller um einen mysteriösen Serienkiller, der es auf junge rothaarige Frauen abgesehen hat,wie das Cover schon andeutet. Die Angehörigen der Oper machen Jagd auf die Bestie und nutzen dabei DNA-Analysen und Internet usw. CIS trifft auf Hannibal. Ungewöhnlich und spannend. Schade, dass sich für diesen Roman kein großer Verlag entschieden hat. Das Buch ist nicht schlechter als ein Roman von Dean Koontz. Leider B-Movie-Ende. *****
Ein künstlich erzeugter Virus rafft die Menschheit dahin. Der japanische Autor Sakyo Komatsu spielt das Szenario von A bis Z durch. Vielleicht ein bisschen zu viel Science. *****
"A friend asked yesterday if this blog is addressed to anyone in particular? I said yes - it’s a love letter to someone I haven’t met yet." Wer die Seite entdeckt, ist willkommen.