Samstag, 15. August 2026

The Last House – Eingesperrt im eigenen Zuhause

Mit The Last House liefert Netflix einen Horrorfilm, der mich deutlich besser unterhalten hat, als es manche Kritiken vermuten lassen. Die Ausgangsidee ist dabei tatsächlich eine der großen Stärken des Films: Was wäre, wenn man plötzlich sein eigenes Zuhause nicht mehr verlassen könnte? Türen und Fenster lassen sich nicht mehr öffnen, selbst eingeschlagene Scheiben setzen sich wie von selbst wieder zusammen. Draußen scheint die Welt verlassen – und gleichzeitig lauert offenbar etwas Unheimliches vor dem Haus.

Allein diese Prämisse hat für mich gereicht, um sofort Interesse zu wecken. Besonders spannend fand ich dabei die Mischung aus klassischem Kammerspiel, Survival-Horror und der unterschwelligen Erinnerung an die Corona-Lockdowns. Eine Familie wird auf engstem Raum zusammengepfercht und muss nicht nur mit einer unbekannten Bedrohung außerhalb des Hauses, sondern auch mit der eigenen Angst, Hilflosigkeit und den schwindenden Vorräten umgehen.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Gerade die Figuren hätten meiner Meinung nach etwas mehr Tiefe vertragen können. Die familiäre Beziehung zwischen Riley und Jason wirkt stellenweise weniger intensiv, als sie angesichts der Situation sein müsste. Auch die psychologische Entwicklung hätte für meinen Geschmack noch stärker herausgearbeitet werden können. Wer hier einen besonders tiefgründigen Horrorfilm erwartet, könnte deshalb enttäuscht sein.


 

Mich hat das allerdings weniger gestört, weil The Last House für mich vor allem durch seine Atmosphäre und die spannende Grundidee funktioniert. Die Frage, was sich außerhalb des Hauses befindet und warum die Familie überhaupt gefangen ist, erzeugt über weite Strecken eine angenehme Spannung. Dazu kommen einige interessante Details rund ums Überleben: Lebensmittel müssen rationiert werden, alltägliche Dinge werden plötzlich zu Problemen und selbst der Umgang mit dem eigenen Haustier bekommt eine unerwartet ernste Bedeutung.

Auch die beiden Hauptdarsteller tragen den Film. Wagner Moura verleiht Jason eine glaubwürdige Verzweiflung und vermittelt gut das Gefühl eines Vaters, der verzweifelt versucht, seine Familie zu beschützen. Greta Lee bleibt für mich etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück, funktioniert in ihrer Rolle aber dennoch gut.

Was mir besonders gefallen hat, ist, dass der Film nicht versucht, ständig mit großen Schockmomenten um sich zu werfen. Stattdessen lebt er von der ungewöhnlichen Situation und der Frage, wie lange eine Familie in einer solchen Ausnahmesituation durchhalten kann. Sicher hätte man aus dem Konzept noch deutlich mehr herausholen können. Gerade die psychologische Seite hätte viel intensiver sein dürfen.

Trotzdem hatte ich mit The Last House meinen Spaß. Der Film ist vielleicht nicht der große, tiefgründige Horror-Hit, der aus seiner interessanten Prämisse das Maximum herausholt. Dafür bietet er eine spannende Ausgangssituation, eine beklemmende Atmosphäre und genügend Mystery, um mich bis zum Ende bei der Stange zu halten.

Mein Fazit: The Last House ist für mich ein solider und unterhaltsamer Horrorfilm mit einer richtig guten Grundidee. Nicht alles wird so konsequent ausgearbeitet, wie es möglich gewesen wäre, aber wer klaustrophobischen Horror und ungewöhnliche Survival-Szenarien mag, sollte dem Film eine Chance geben.

"Der Astronaut – Project Hail Mary": Ryan Gosling auf Rettungsmission im All

 

Mit Der Astronaut – Project Hail Mary bringt Regisseur Christopher Miller den Bestseller von Andy Weir auf die Leinwand. Im Mittelpunkt steht der Wissenschaftler und Astronaut Ryland Grace (Ryan Gosling), der allein ins All aufbricht, um die Ursache einer Bedrohung für die Sonne zu erforschen und damit das Überleben der Menschheit zu sichern. Während seiner Mission trifft er überraschend auf ein außerirdisches Wesen, das ein ähnliches Problem im eigenen Sternensystem lösen möchte. Grace nennt seinen ungewöhnlichen Begleiter Rocky. Trotz ihrer völlig unterschiedlichen Herkunft entwickelt sich zwischen beiden eine enge Zusammenarbeit. 

Der Astronaut – Project Hail Mary hat mich dennoch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Der Film beginnt vielversprechend und weckt schnell Interesse, verliert im weiteren Verlauf jedoch deutlich an Tempo.


 

Vor allem der Mittelteil zieht sich unnötig in die Länge. Einige Szenen wirken gestreckt und bremsen den Erzählfluss, wodurch die Spannung immer wieder nachlässt. Gerade bei einem Science-Fiction-Abenteuer hätte ich mir eine straffere Inszenierung gewünscht.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die für mich nur wenig überzeugende Weltraumatmosphäre. Obwohl die Handlung größtenteils im All spielt, kommt das Gefühl von Einsamkeit, Größe und Faszination des Weltraums nur selten auf. Dadurch bleibt der Film überraschend bodenständig und schöpft sein visuelles Potenzial nicht vollständig aus.

Besonders gelungen sind dagegen die Szenen zwischen Ryland Grace und Rocky. Ihre Freundschaft entwickelt sich glaubwürdig, ist oft humorvoll und sorgt gleichzeitig für die emotionalsten Momente des Films. Die Chemie zwischen den beiden Figuren trägt den Film über weite Strecken und macht ihn trotz seiner Längen sehenswert.

Auch die Besetzung hat mich nicht vollständig überzeugt. Insbesondere Sandra Hüller empfand ich in ihrer Rolle als Fehlbesetzung. Ihre Darstellung wirkte auf mich nicht passend und konnte mich emotional nicht erreichen.