Mittwoch, 31. Dezember 2025

Die zehn besten Serien 2025



Mobland

 

Die Serie erzählt von Machtkämpfen innerhalb der organisierten Unterwelt. Unterschiedliche Gruppen ringen um Einfluss, während persönliche Loyalitäten immer wieder auf die Probe gestellt werden. Im Mittelpunkt stehen Spannungen, strategische Entscheidungen und die Folgen eines Lebens am Rand der Gesellschaft. 

Besonders reizvoll ist die Besetzung: Helen Mirren und Pierce Brosnan spielen bewusst gegen ihr gewohntes Image und verleihen ihren Figuren eine ungewohnte Härte und Ambivalenz. Diese Rollen gegen den Strich geben der Serie zusätzliche Tiefe und Überraschungsmomente. Stilistisch erinnert Mobland dabei immer wieder an die frühen Filme von Guy Ritchie – mit pointierten Dialogen, schwarzem Humor und einer Inszenierung, die zwischen Coolness und Chaos pendelt.

 



Pluribus

Diese Science-Fiction-Serie spielt in einer Welt, die durch ein mysteriöses außerirdisches Ereignis grundlegend verändert wurde. Fast alle Menschen scheinen plötzlich Teil eines gemeinsamen Bewusstseins zu sein – nur wenige bleiben außen vor. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die nicht betroffen ist und beginnt zu hinterfragen, ob diese scheinbar perfekte neue Realität wirklich ein Fortschritt ist. Die Serie überzeugt durch philosophische Tiefe, Spannung und starke Figuren.


 

The Bear (Staffel 4)

In der vierten Staffel geht es weiter mit dem stressigen Alltag eines kleinen Restaurants in Chicago. Die Serie zeigt sehr intensiv, wie persönliche Krisen, familiäre Konflikte und beruflicher Druck aufeinandertreffen. 


 

Alien: Earth

Diese Science-Fiction-Serie erweitert das bekannte Alien-Universum und verlegt die Bedrohung erstmals direkt auf die Erde. Nach einem folgenschweren Vorfall müssen verschiedene Menschen zusammenarbeiten, um eine unbekannte außerirdische Gefahr aufzuhalten. Die Serie verbindet düstere Atmosphäre, Spannung und klassische Horror-Elemente mit moderner Serienerzählung.


 

The Studio

Diese Comedyserie wirft einen satirischen Blick hinter die Kulissen eines großen Filmstudios. Ein neuer Studioleiter versucht, kreative Ansprüche, wirtschaftliche Zwänge und exzentrische Filmschaffende unter einen Hut zu bringen. Die Serie lebt von scharfem Humor, pointierten Dialogen und vielen Anspielungen auf die Filmindustrie.


 

Severance

Eine dystopische Serie über Arbeit und Identität, in der Beruf und Privatleben radikal voneinander getrennt werden. Nach und nach zeigen sich die psychologischen Folgen dieses Systems und stellen die vermeintliche Ordnung infrage.


 

The White Lotus 3

Eine Gesellschaftssatire, die das Aufeinandertreffen von Luxus, Privilegien und persönlichen Krisen zeigt. Hinter der idyllischen Fassade eines Urlaubsparadieses kommen Spannungen und Konflikte ans Licht.


 

The Beast in Me 

The Beast in Me ist eine psychologische Thriller-Serie, die sich mit den dunklen Seiten der menschlichen Natur beschäftigt. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die nach einem einschneidenden Ereignis versucht, ihr Leben wieder zu ordnen. Durch das Auftauchen eines geheimnisvollen Nachbarn gerät sie immer tiefer in eine Welt voller Unsicherheiten, Lügen und psychologischer Spannungen. 


 

 

 

Call My Agent! Berlin 
 
Die deutsche Version von "Call My Agent! - Berlin"  ist eine Adaption der französischen Originalserie Dix pour cent. Die deutsche Umsetzung versucht, den Charme der französischen Serie beizubehalten, und zwar mit einem ähnlichen Humor und den gleichen dramatischen Elementen. 
 
Die Stärken liegen in den selbstironischen Gastauftritten (Bleibtreu, Lauterbach, Riemann, Ferres, Berben u. v. m.) und einem soliden Ensemble um Konstantin (Michael Klammer), Gabor (Lucas Gregorowicz), Sascha (Karin Hanczewski), Hellen (Gabrielle Scharnitzky) und Newcomerin Sophie (Dana Herfurth). Die Serie nimmt die deutsche Filmbranche treffend aufs Korn: Förderdschungel, Streamingdruck, fehlender Glamour, Selbstzweifel. Die beste deutsche ihrer Art seit Langem.
 

 
I Love LA
 

"I Love LA" ist eine bissige, selbstironische Comedy, die Rachel Sennotts typischen Humor voll ausspielt. Mit scharfem Timing und schonungsloser Ehrlichkeit seziert die Serie das Leben junger Menschen in Los Angeles – zwischen Selbstinszenierung, sozialer Unsicherheit und emotionalem Chaos. Sennott überzeugt nicht nur vor der Kamera, sondern auch als kreative Stimme hinter dem Projekt. Nicht jeder Gag sitzt, doch die Serie punktet mit Authentizität, Tempo und einem klaren Gespür für die Absurditäten einer generationellen Befindlichkeit. Erinnert an "Girls" - allerdings noch schriller und lauter.


 



 

 

 

 

 

 


Mittwoch, 24. Dezember 2025

Bester Weihnachtsfilm alles Zeiten: "Ist das Leben nicht schön"

"Ist das Leben nicht schön" von Frank Capra aus dem Jahr 1946 ist für mich der beste Weihnachtsfilm, weil er eine zutiefst christliche Botschaft vermittelt. Schwer verschuldet und verzweifelt hält George Bailey (James Stewart) sein Leben für bedeutungslos. In seiner Hoffnungslosigkeit wünscht er sich, nie geboren worden zu sein, und steht kurz davor, in einen eiskalten Fluss zu springen. Doch die „himmlischen Mächte“ greifen ein: Der Engel Clarence (Henry Travers) rettet George und zeigt ihm, wie sich der Ort und das Leben seiner Mitmenschen entwickelt hätten, wenn es ihn nie gegeben hätte.


 

Der Film zeigt, dass jedes Leben von Gott gewollt und wertvoll ist und dass Nächstenliebe, Opferbereitschaft und Hoffnung stärker sind als Verzweiflung. George Bailey erfährt, dass sein Handeln anderen zum Segen wurde – ganz im Sinne des christlichen Gedankens, dass wir füreinander da sein sollen.Wer von diesem Film nicht berührt wird, hat kein Herz.  

 


Samstag, 20. Dezember 2025

Jay Kelly – George Clooney zwischen Selbstreflexion und verpassten Chance

Screening-Dienste sind Segen und Pein zugleich – einerseits machen sie Filme sofort und bequem verfügbar, andererseits rauben sie ihnen die lange, würdige Präsenz im Kino. Gerade Netflix lässt manche Produktionen nur kurz auf der großen Leinwand laufen, einzig um die formale Voraussetzung zu erfüllen, im Oscar-Rennen antreten zu dürfen. "Jay Kelly" von Regisseur Noah Baumbach gehört zu genau diesen Oscar-Favoriten.



Der gealterte Schauspieler Jay (George Clooney) ist auf einer Dienstreise durch Italien, die zu einer Memory lane wird.  Was nach einer lockeren, mediterranen Selbstfindung klingt, entpuppt sich als überraschend introspektives Werk, das seinen Protagonisten gnadenlos mit verpassten Chancen konfrontiert und mit der Frage, ob es sich gelohnt hat, dafür seine Familie aufzugeben.
Clooney spielt Jay mit einer gekonnten Mischung aus Charisma und Müdigkeit: ein Mann, der äußerlich noch strahlt, innerlich aber längst Risse trägt. An seiner Seite wirkt Adam Sandler als Manager Ron fast wie ein stiller Therapeut. Sandlers ruhige Präsenz, die fern seiner sonstigen Slapstick-Rollen liegt, bietet den perfekten Gegenpol zum emotional unruhigen Jay.
 

Der Film erreicht seinen stärksten Moment, als Jay bei einer Preisverleihung mit Szenen aus Clooneys eigener Filmografie konfrontiert wird. Es ist ein selbstreferenzieller, fast meta-hafter Augenblick, in dem Clooney nicht nur Jay spielt, sondern auch dem Echo seiner eigenen Karriere lauscht. *****